Wie sieht unsere Welt mit künstlicher Intelligenz im Jahr 2030 aus?
Digitalisierung / Industrie 4.0Die Zukunft mit der KI
Intelligente Roboter, selbstfahrende Autos, smarte Chatbots – sieht so unsere Welt im Jahr 2030 aus? Wir haben Bremerinnen und Bremer aus Forschung und Wirtschaft gefragt, wie sie die Zukunft der künstlichen Intelligenz in unserem Alltag sehen.
Dr. Sirko Straube, Robotics Innovation Center, DFKI:
„Die Digitalisierung von Information und Kommunikation und die darauf aufsetzenden KI-Algorithmen verbunden mit neuen Plattformen (zum Beispiel Social Media) verändern bereits heute unser Zusammenleben und unsere Arbeitswelt. Die Veränderungen werden anhalten oder in vielen Bereichen auch in den nächsten Jahren noch sichtbarer werden und neue Möglichkeiten schaffen. Grundsätzlich kann KI vieles leisten und uns unterstützen uns in einer digitalisierten Welt zurechtzufinden – wir haben die Chance viele Bereiche unserer Gesellschaft zu revolutionieren, beispielsweise in der Medizin, der Mobilität, unserer Industrie & Logistik, unsere Kommunikation und unser globales Denken und Handeln. Auch Robotik wird hier zunehmend eine Rolle spielen, auf jeden Fall in der Raumfahrt und der maritimen Wirtschaft, aber auch am Arbeitsplatz bis hin zu alltäglichen Anwendungen.
Für eine KI 2030 sehe ich die spezielle Aufgabe, uns bei all diesen Veränderungen zu unterstützen, um Orientierung in einer digitalisierten Welt zu finden – diese Unterstützung sehe ich als eine Art personalisierte KI, die mir hilft, mich sicher nach meinen Wünschen und Gewohnheiten in digitalen Netzwerken zu bewegen und die dem Einzelnen auch eine höhere Datensouveränität zurückgibt. Dazu gehört es auch, dass KI-Entscheidungen grundsätzlich vom Nutzer nachvollzogen werden können. Diese Eigenschaft von KI in der Anwendung halte ich für maßgebliche Voraussetzung, damit sich Themen wie das autonome Fahren oder intelligente Robotik im Alltag realisieren lassen.“
Roland Becker, CEO JUST ADD AI GmbH
„Künstliche Intelligenz wird sich exponentiell weiterentwickeln, da sowohl die Rechenleistung der Computer, die zur Verfügung stehenden Daten als auch die Anzahl der KI-Forscher*innen exponentiell wachsen. In zehn Jahren wird KI ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein, und wir werden es normal finden, dass Autos selber fahren, Hausgeräte mit uns sprechen und digitale Assistenten medizinische Diagnosen erstellen. Ich hoffe, dass wir dann auch schon die ganze papierbasierte Kommunikation los sind, und dass eine KI sich effizient um meine Emails und Terminplanung kümmert, damit wir wieder mehr Zeit für die wesentlichen Dinge haben, so wie es das Ziel unserer Firma ist: Unlock Human Talent.“
Professor Christof Büskens, Bremer Zentrum für Technomathematik (ZeTeM)
„Die KI wird unser Leben künftig massiv beeinflussen, aber ohne dass wir es merken. Ein Beispiel sind Assistenzsysteme, die uns in vielen Bereichen begegnen, das Automobil ist nur ein Beispiel von vielen. Ein anderes wäre die Steuerung von Ampeln, die mittels KI den Verkehrsfluss intelligenter gestalten kann. Medizinische Geräte werden künftig nicht mehr ohne komplexe mathematische Algorithmen funktionieren – und das heißt nicht ohne KI-Systeme. Aber auch in zehn Jahren wird es keine KI geben, die den Intellekt und die Intelligenz des Menschen vollständig ersetzt, eher eine, die uns in unserer Arbeit und in unserem Alltag entscheidend ergänzt.“
Dr. Nina Wenig, Gründerin IDA Bot
„Roboter werden immer mehr Teilbereiche unseres Lebens einnehmen. Die Heimautomatisierung wird weiter zunehmen. Ich glaube aber noch nicht an die Vision vom „Smart Room“ bis 2030. Also eine Umgebung die sich automatisiert perfekt auf uns eingestellt. Menschen sind zu unterschiedlich, selbst ein einzelner Mensch kann von Tag zu Tag komplett andere Pläne und Emotionen haben.
Darüber hinaus kommt es im besten Falle durch die KI zu einer Demokratisierung und einfacheren Teilhabe an digitalen Medien und dem digitalen Leben. Denn die KI wird es auch Laien leichter machen zum Beispiel Bilder, Audio und Videos professionell zu bearbeiten. Die Zahl an Chatbots, die uns, versteckt in Programmen, dabei helfen, nimmt bis 2030 weiter zu.“
Dr. Dirk Wenig, Gründer IDA Bot
„Alles was zur Informationsgewinnung dient, könnte meiner Meinung nach gut durch KI unterstützt werden. Werden wir noch Webseiten benutzen? Die Menschen benutzen sie heute vielfach um sich zu informieren – das könnten aber auch Chatbots für uns übernehmen. Man wird in Zukunft eher ein Gespräch mit ihnen führen und durch sie zu den wichtigen Informationen geführt werden, die man benötigt.
Der große Vorteil ist, dass Chatbots auf unterschiedlichsten Geräten von Smartwatches über Smartphones bis zu intelligenten Lautsprechern, z.B. mit Amazon Alexa, genutzt werden können.”
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