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20.10.2016 - Merle Burghart

ACSK Clothing: kosmopolitisches Textilunternehmen setzt Zeichen

Internationales
Wie Studierende der Jacobs University Bremen den Weg in die Bekleidungsindustrie fanden

Gründer und Geschäftsführer von ACSK Clothing oHG: Ahmed Cheema und Stefan Kuzmanovski
Gründer und Geschäftsführer von ACSK Clothing oHG: Ahmed Cheema und Stefan Kuzmanovski © ACSK Clothing oHG

Die Revolution der Textilindustrie. Dies ist die selbsterklärte Mission von ACSK Clothing oHG. Gemeinsam wollen die beiden Jungunternehmer Stefan Kuzmanovski und Ahmed Cheema nachhaltige Produktion und die ethisch korrekte Beschaffung von Materialien zum Standard erheben.

Ein Start-up kann kaum globaler sein: Drei Kontinente, vier Länder und Bremen als zentrale Anlaufstelle. Kennengelernt haben sich die beiden Gründer an der Jacobs University in Bremen. Nun trennen sie zwölf Stunden Zeitunterschied. Ihre Firmenstandorte befinden sich in Mazedonien, Pakistan und Deutschland. Ahmed Cheema ist für die Produktion in Pakistan zuständig. Stefan Kuzmanovski macht zurzeit seinen Master an der Yale University, USA. Von dort aus betreut er den Standort in Mazedonien, unterstützt von einem weiteren Mitarbeiter, der direkt vor Ort ist. Ihre Kollegin und dritte Geschäftsführerin Franziska Pohle hält die Stellung in Bremen.

„Es ist eine große Herausforderung, aber auch sehr interessant, über mehrere Kontinente hinweg zu arbeiten.“ Besonders für ein Start-up, das sich gegen alteingesessene Unternehmen in der Branche behaupten muss. Dabei kann der Zeitunterschied sogar von Vorteil sein: „Wir sind 24/7 im Einsatz. Immer ist jemand von uns wach und somit erreichbar – zu jeder Zeit, an jedem Tag“, scherzt Cheema.


Im Bremer Norden zu Hause


Seit Januar 2016 beherbergt die Jacobs University Bremen die Firma ACSK Clothing auf ihrem Campus. Die Standortwahl auf den Bremer Norden fiel nicht zufällig, war doch der Campus drei Jahre das Zuhause der Absolventen. Hier fing alles an. „Es hat sich einfach selbstverständlich angefühlt, hier unser Büro einzurichten“, erzählt Kuzmanovski. In Deutschland gebe es darüber hinaus ein verstärktes Interesse in Sachen Nachhaltigkeit.

Durch die Firmenstandorte in ihren Heimatländern Pakistan und Mazedonien kontrollieren Cheema und Kuzmanovski die Qualität der Waren vor Ort. Sie versprechen ihrer Kundschaft nachhaltige Produktion und ethisch korrekte Rohstoffgewinnung.


Merchandise-Kleidung für den Campus der Jacobs University Bremen
Mit der Kreation von Merchandise-Kleidung für den Campus der Jacobs University Bremen fing alles an © ACSK Clothing oHG

Als Stefan Kuzmanovski und Ahmed Cheema ihr Studium an der Jacobs University antraten, ahnten sie nicht, bald Geschäftsführer in der Textilbranche zu sein. Die Idee entstand zufällig, „durch unsere studentische Mitarbeit im Verwaltungsteam unseres Wohnheims an der Jacobs University. Wir wollten unser ‚College‘ auch nach außen hin kreativ präsentieren.“ Sie kreierten ihren ersten eigenen Kapuzenpulli. Viel Vorerfahrung hatten sie nicht. Ahmed Cheema brachte durch die elterliche Offset-Druckerei in Pakistan Vorwissen in Herstellungsprozessen und analytische Fähigkeiten durch sein Studium im Bereich Informatik und Elektrotechnik mit.

Wir waren unglaublich fasziniert davon, herauszufinden, wie Kleidung hergestellt wird, also sind wir dem Faden buchstäblich auf seinem Weg zum fertigen Kleidungsstück gefolgt.


                              Stefan Kuzmanovski, Gründer und Geschäftsführer, ACSK Clothing OHG

Mit Unterstützung zum Ziel

Aber wie stellt man es an, aus dem Nichts ein Unternehmen zu schaffen? „Wir hatten großartige Unterstützung von unserem Mentor Alexander Ziegler-Jöns von der Jacobs University, der selbst Unternehmer ist und viel Erfahrung im Bereich Technologietransfer hat. Er hat uns in der Phase der Ideenbildung begleitet. Auch Manuel Kühn vom Willkommensservice war eine große Hilfe für uns“, erläutert Kuzmanovski. Der Willkommensservice in Bremen begleitete ACSK Clothing bei der Firmenanmeldung und half durch den Irrgarten deutschen Gesellschaftsrechts. Er stellte die richtigen Verbindungen her – ob zum Finanzamt oder zur Handelskammer. Ein Businessplan musste erstellt, Steuerfragen geklärt und Visa für die Selbstständigkeit beantragt werden.

Bremen ist ein großartiger Ort für Start-ups und bietet so viele tolle Hilfsmittel für junge Unternehmer – man braucht nur eine Idee und Durchhaltevermögen!



                                      Ahmed Cheema, Gründer und Geschäftsführer, ACSK Clothing OHG

Der Willkommensservice Bremen begleitet internationale Unternehmensgründende bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit
Der Willkommensservice Bremen begleitet internationale Unternehmensgründende bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit © WFB/Jens Lehmkühler

Die Produkte von ACSK Clothing sind nicht im Einzelhandel erhältlich. Das Unternehmen fertigt und vertreibt Merchandising- und Corporate-Design-Artikel. Bedruckte Hoodies für den Universitäts-Shop, einheitliche Poloshirts für die Arztpraxis oder Sportbekleidung für den Firmen-Marathon.

Das Start-up konnte bereits eine Reihe großer Kunden für sich gewinnen. Neben verschiedenen Merchandise-Aufträgen für die Jacobs University in Bremen und die Yale University in den USA nimmt zum Beispiel der internationale IT-Konzern Nimble Storage den Corporate-Design-Service für seine Messebekleidung in Anspruch. „Wir arbeiten vor allem mit Vordenkern in Sachen Nachhaltigkeit zusammen, denen bewusst ist, dass die Kleidung, die ihre Mitarbeiter tragen, ein klares Statement über ihr Unternehmen und ihre Marke abgibt“, erklärt Kuzmanovski.


Fair Trade statt Fast Fashion


ACSK Clothing möchte ein Zeichen gegen die Fast-Fashion-Industrie setzen, die schnelle Wegwerfmode. „Die Kernkompetenz unseres Unternehmens liegt im Gegensatz dazu in der nachhaltigen Produktion und der ethisch korrekten Beschaffung von Materialien“, so Kuzmanovski. Seit Juni 2016 ist ACSK Clothing Mitglied der Fair Labor Association (FLA). FLA garantiert, dass die Produkte und Herstellungsprozesse vollständig ethisch vertretbar sind. Jeder Kunde bekommt zudem die Ökobilanz seiner Ware offengelegt. „Dadurch können unsere Auftraggeber sehen, um wie viel sie ihren ökologischen Fußabdruck verringern, indem sie mit uns zusammenarbeiten. Die CO2-Bilanz unserer Produkte ist im Gegensatz zu unserer Konkurrenz um etwa 10 bis 15 Prozent geringer“, sagt Kuzmanovski stolz.

Sobald sich das Unternehmen vollständig etabliert hat, planen die beiden nach Bremen zurückzukehren und sich langfristig an der Weser niederzulassen. Weniger Zeitunterschied. Weniger Geschäftsreisen nach Deutschland. Direkt in Bremen vor Ort sein. 24/7.

Willkommen in der Hansestadt, ACSK Clothing!




Hier entlang zum weiterführenden Artikel "Mit dem Willkommensservice durch den Behördendschungel".

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