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14.6.2016 - Anette Tautz

Belieferung von Onshore-Windparks aus dem Neustädter Hafen

Maritime Wirtschaft und Logistik
Steigende Zahl an Schwertransporten aus dem Bremer Neustädter Hafen

Bauteile für Windenergieanlagen im Neustädter Hafen
Bauteile für Windenergieanlagen im Neustädter Hafen © BLG Logistics

Der Umschlag von Stückgut über den Bremer Neustädter Hafen hat in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Die Energiewende beschert dem Hafen verstärkten Umsatz: Insbesondere die Verladung von großen Bauteilen für Windparks, die von der Firma Enercon beliefert werden, sorgt dafür, dass in vielen Nächten Schwertransporte den Hafen verlassen. Das ist vor allem auf Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Schwertransporte im Land Bremen zurück zu führen.


Der Neustädter Hafen ist der größte Stückguthafen Europas


Der Bremer Neustädter Hafen ist der größte Hafen für Stückgut in Europa. Die Bremer Lagerhaus Gesellschaft (BLG) betreibt hier Europas größten Terminal für Stück- und Schwergut und schlug 2015 1,3 Millionen Tonnen Stückgut um. Stahl und Stahlprodukte verschiedenster Größe sind darunter, Holz und Papier, Maschinen und Maschinenteile – sogar ganze Eisenbahnwaggons für den Export werden in Bremen für den Weitertransport bereit gemacht. Der Neustädter Hafen verfügt über spezielle Anlagen und auch über die notwendige Fläche, um große Teile umschlagen zu können. Die Schiffsliegefläche hat eine Länge von zwei Kilometern. Das 18 km lange hafeninterne Schienennetz sorgt dafür, dass auch eine größere Anzahl an Waggons und Lokomotiven direkt von der Schiene aus an Bord verladen werden können.

Auch dem Trend zur Verschiffung immer größerer Teile bis hin zu ganzen Anlagen kann die BLG begegnen: Sie kann ausreichend Platz für die Konstruktion von Anlagen anbieten.

„Der Transport von Stückgut unterliegt immer konjunkturellen Schwankungen“, erläutert Sven Riekers, Geschäftsführer bei der BLG Cargo. „Das liegt beispielsweise an Währungsschwankungen und auch am Ölpreis. In den letzten Jahren mussten die Bremer Häfen deshalb in manchen Bereichen auch Ladungsverluste hinnehmen. Aber auch hausgemachte Probleme standen einer positiven Entwicklung im Wege.“

Wir haben genauer nach den Ursachen gefragt und zugehört, was Spediteure sich vom Standort Bremen wünschen. Dabei zeigte sich, worauf es ankommt: Schnelligkeit beim Genehmigungsverfahren, Verlässlichkeit der Begleitung von Schwertransporten und Planbarkeit der Fahrten zu möglichst vielen Terminen.


Sven Riekers, Geschäftsführer BLG Cargo

Am Runden Tisch wurden Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet


Die BLG nahm das Thema mit in die GST (Großraum- und Schwertransporte) Gesprächsrunde Bremen, eine Initiative des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, bei der neben Hafen- und Transportwirtschaft unter anderem auch die Polizei und das Amt für Straßen und Verkehr eingebunden sind. Gemeinsam wurden Maßnahmen entwickelt, die die Bedingungen für den Transport nun für Speditionsunternehmen deutlich verbessern. Dazu gehören einerseits eine Ausweitung der Zeiten, in denen Schwertransporte nun in sechs Nächten pro Woche fahren dürfen. Außerdem sollte das Personal aufgestockt werden, das für die Begleitung der Transporte zuständig ist.

Riekers erklärt: „In der Vergangenheit konnte es vorkommen, dass Schwer- und Sondertransporte stehen bleiben mussten, wenn die Polizeibeamten anderweitig im Einsatz waren. Nach der grundsätzlichen gesetzlichen Weichenstellung durch den Bund ist es uns in Bremen gemeinsam mit allen Beteiligten gelungen, schnell ein Projekt zu entwickeln, bei dem die obligatorische Begleitung durch ein privates Sicherheitsunternehmen übernommen werden kann.” Andere Bundesländer machen bereits gute Erfahrungen mit dieser Lösung, die auch die Kapazitäten der Polizei schont.

Professionelles Verladen im Neustädter Hafen
Professionelles Verladen im Neustädter Hafen © BLG Logistics

Enercon wickelt den Umschlag über Bremen ab


Seit einigen Monaten hat der Umschlag von Komponenten für die Windenergie via Bremen zugenommen: Die Firma Enercon, der größte deutsche Hersteller von Windenergieanlagen, wickelt die Verladung von Komponenten für verschiedene Windparks bis Süddeutschland nun auch über den Neustädter Hafen ab. Die Teile für die Türme der Windenergieanlagen werden in Portugal hergestellt und zunächst nach Deutschland verschifft. Vom Hafen werden sie weiter auf Straßen bis zur Baustelle transportiert. „Die neuen Maßnahmen, die den Umschlag und den Transport vereinfachen, waren für Enercon wesentlich. Ohne sie hätte das Unternehmen die Verladung zwangsläufig auf unterschiedliche norddeutsche Häfen verteilen müssen.“

Jeder der 147 Meter hohen Türme der Windenergieanlagen besteht aus jeweils 46 Betonhalbschalen. Eine einzelne Komponente wiegt dabei bis zu 51 Tonnen – und für jedes Teil wird ein einzelner Schwertransport nötig.

„Insgesamt sind es 4.500 Teile, die wir für Enercon verladen. Wir haben spezielle Anlagen, die den besonderen Sicherheitsvorschriften entsprechen. Die Bauteile liegen in der Regel wenige Tage bei uns, bevor sie weiter zur Baustelle transportiert werden. Derzeit sind es etwa 70 Transporte pro Nacht.“ Die zwei Hafenmobilkräne im Neustädter Hafen können Stückgut bis zu einem Gewicht von 200 Tonnen pro Stück bewegen, das Beladen eines Schwertransports dauert etwa zwanzig Minuten.

Der Bremer Neustädter Hafen
Der Bremer Neustädter Hafen © BLG Logistics

Bremen verfügt über den südlichsten Seehafen Deutschlands


Bei Schwertransporten ist die geografische Lage des Hafens von entscheidender Bedeutung, denn Aufwand und Kosten für den Transport auf der Straße sind wesentlich höher als auf dem Wasser: Strecken sind nur beschränkt verfügbar, zu den hohen Kraftstoffkosten kommen polizeiliche Sicherungsmaßnahmen und eventuelle bauliche Änderungen auf der Strecke. Sollen Transporte weiter in den Süden gehen, kann es daher für den Spediteur von Interesse sein, dass Bremen der am weitesten südlich gelegene Seehafen Deutschlands ist: Transportkosten mit dem Lkw reduzieren sich deutlich.

Sven Riekers betont: „Die Bauteile sind nicht für Offshore-Windparks gedacht, dafür sind wir zu weit von der Küste entfernt, aber für Onshore bietet der Neustädter Hafen ideale Bedingungen.“




Weitere Informationen zum Thema gibt es bei Dieter Voß, Tel.: 0421 361-32175, dieter.voss@wah.bremen.de oder

Jörg Kautzner, Tel.: 0421 361-32172, joerg.kautzner@wah.bremen.de

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Dass es vorteilhaft sein kann, die Erde zu verlassen, um sie dann aus der Ferne umso genauer beobachten zu können, beweist das Team um Dr. Sven Jacobsen am DLR in Bremen. Es entwickelt Algorithmen mit denen das Meer genau beobachtet werden kann – Piratenschiffe eingeschlossen.

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Der Gewerbepark Hansalinie Bremen ist erfolgreich und wird gegenwärtig erweitert. Große Logistik-Unternehmen sind hier angesiedelt und entwickeln immer ausgefeiltere Prozesse, um die Produktion just-in-sequence für die Automobilbranche zu optimieren.

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Im Frankfurter Logistikcenter der Bremer BLG LOGISTICS steht die Welt Kopf: Hier kommen die Regale zu den Mitarbeitern. Niemand muss mehr durch die Regalreihen ziehen, um Pakete zu packen. Wie die BLG eines der modernsten Lager- und Kommissioniersysteme Europas baute.

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Windenergie
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Internationales
02.06.2016
Bremen mit hoher Exportquote erneut auf Platz 1 im Bundesländervergleich

Ob Kaffee im Pariser Café oder der Mercedes-Benz Roadster SL am Sunset Boulevard – Bremer Produkte gibt es auf der ganzen Welt. Welche Waren aus Bremen im Ausland besonders beliebt sind und wohin diese exportiert werden, lesen Sie hier.

Maritime Wirtschaft und Logistik
19.05.2016
Die LogistikLotsen starten und bieten Kooperation und Innovation zwischen Wissenschaft und Praxis

LogistikLotsen: Ein neues Netzwerk von Unternehmen der Logistikbranche und Wissenschaft in der Metropolregion Nordwest.

Maritime Wirtschaft und Logistik
04.05.2016
50 Jahre Containerverkehr über die bremischen Häfen

Am 5. Mai 1966 wurde im Bremer Überseehafen das erste Vollcontainerschiff mit 226 Containern in Deutschland gelöscht. Heute schlagen die Bremer Häfen jährlich weit über fünf Millionen Standardcontainer um und sind damit der viertgrößte Hafen in Europa.

Windenergie
03.05.2016
Offshore-Windenergie – was die Forschung leisten muss

„Digitalisierung bei Betrieb und Instandhaltung von Offshore-Windparks“ lautete die Überschrift der Innovationswerkstatt am 07. April 2016 im BITZ. Vertreter aus Industrie und Forschung trafen sich um gemeinsam an den Optimierungspotenzialen der Branche zu arbeiten.

Digitalisierung / Industrie 4.0
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Wie der Milchbote: Der „Dynamische Milkrun 4.0“ beliefert Maschinen in der Fabrik nur bei Bedarf

Der Milchbote ersetzte früher bei seinen Touren leere Milchflaschen durch neue. Noch besser soll es mit dem Nachschub in der Fabrik von morgen klappen: Lieferungen zu idealen Zeiten auf optimalen Routen. Der „Dynamische Milkrun 4.0“ ist ein Versorgungszug, der intelligent und zuverlässig die Materialversorgung übernimmt.

Digitalisierung / Industrie 4.0
19.04.2016
Das Logistik-Monitoring LOMO überwacht Projekte weltweit live

In der Schwerlastlogistik – ob beim Transport von Windkraftanlagen oder Kraftwerksteilen – ist kein Projekt wie das andere. Sonderwege gibt es aber nicht nur auf der Straße: Auch in der Projektplanung bleiben Standardlösungen schnell auf der Strecke. Das Bremer Software-Haus HEC hat ein Logistikmonitoring aus Hardware und Software speziell für die Schwerlastlogistik geschaffen.

Windenergie
18.04.2016
Windenergie-Start-up evoblade: Angewandte Forschung und Gründergene

Mit Luftströmen kennt Dr.-Ing. Frank Kortenstedde sich bestens aus. Innerhalb der Dissertation hat der 44-Jährige erste Ansätze für ein innovatives Strömungselement entwickelt, das mittlerweile Kern des Start-ups evoblade ist. Seit 2014 feilt er mit drei weiteren Mitstreitern an der Unternehmensidee. Im kommenden Jahr gehen die Ingenieure an den Markt.

Digitalisierung / Industrie 4.0
12.04.2016
Digitalisierte Hafenlogistik: So wissen Logistiker, wo sich ein Container befindet

Staus und Wartezeiten gehören an den Containerterminals zum Alltag. Denn oft wissen Spediteure und Fahrer nicht genau, wann ein Schiff einläuft. Um die Kommunikationsprozesse zwischen den Akteuren zu verbessern, hat das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Bremen das Projekt SMART SC entwickelt.

Maritime Wirtschaft und Logistik
30.03.2016
Karriere mit Tiefgang: Prof. Dr. Antje Boetius liebt es kalt und duster

Die Bremer Meeresbiologin Antje Boetius taucht tief und spielt doch ganz oben mit. Für ihre Arbeit erhielt sie unter anderem die höchstdotierte deutsche Forschungsauszeichnung, den Leibniz-Preis.

Digitalisierung / Industrie 4.0
29.03.2016
Hinter Gläsern – Kommissionieren mit Datenbrillen und Wearable Computing-Lösungen von UBIMAX

Wearables, tragbare Computer wie Datenbrillen und Smartwatches stellen digitale Informationen jederzeit bereit. Ein Selbstversuch mit Datenbrille im Warenlager beim Marktführer für industrielle Wearables, UBIMAX aus Bremen.

Stadtentwicklung, Gewerbeflächen, Immobilien
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GVZ Güterverkehrszentrum Bremen: Logistik-Drehscheibe mit besten Zukunftsaussichten

Pionier mit Auszeichnungen – das Güterverkehrszentrum Bremen (GVZ) war das erste seiner Art in Deutschland und liegt auch heute noch national wie international ganz vorn in den Rankings. Logistiker und Investoren schätzen die Bedingungen vor Ort.

Maritime Wirtschaft und Logistik
11.03.2016
Bei Aimpulse Intelligent Systems sorgt eine künstliche Intelligenz für effizientere Logistik

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Maritime Wirtschaft und Logistik
10.03.2016
In der Maritimen Explorationshalle des DFKI Robotics Innovation Center lernen Roboter schwimmen

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