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11.11.2016 - Jann Raveling

Digital und elektrisch: Warum Bremen beim Automobilbau der Zukunft vorne dabei ist

Automotive
Der goldene Automobil-Herbst 2016 zeichnet die kommenden Automobiljahre vor

Der neue Elektro-Mercedes aus der Reihe "EQ" kommt aus Bremen
Der neue Elektro-Mercedes aus der Reihe "EQ" kommt aus Bremen © WFB/Frank Thomas Koch

Elektrisierende Zusammenarbeit: Kooperation im Norden

Den Beginn machte die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der Wirtschaftsförderung Wolfsburg AG und der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH auf der Internationalen Zuliefererbörse IZB. Der Vertrag bringt die zwei Autostädte näher zusammen – Stern trifft „Das Auto“. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Automotive-Standort Norddeutschland zu stärken“, sagt Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB. „Dafür werfen wir die Kompetenzen unserer beiden Regionen in die Waagschale und sind zuversichtlich, mehr Gewicht im internationalen Standortwettbewerb zu erreichen.“

Für Unternehmen heißt das: Sie profitieren von der gemeinsamen Schlagkraft. Forschungsprojekte, Fachveranstaltungen und gemeinsame Messeauftritte stehen auf der Agenda. Im digitalen Zeitalter ist Kooperation und Austausch wichtiger denn je – Information ist Macht. Und Austausch die Währung der Information.

Mit eigenem Autobahnanschluss: der Gewerbepark Hansalinie Bremen
Mit eigenem Autobahnanschluss: der Gewerbepark Hansalinie Bremen © WFB/Jens Lehmkühler

Automobiles Ansiedlungsfieber: Hansalinie im Aufwind

Wie die berühmten warmen Semmeln gehen Grundstücke im Gewerbepark Hansalinie weg. Das Gewerbegebiet an der Autobahn A1 in direkter Nähe zum Mercedes-Benz Werk Sebaldsbrück ist zum Anziehungspunkt für automobile Zulieferer geworden. Aktuell sind im Gewerbepark Hansalinie über 80 Unternehmen mit 3.400 Beschäftigten angesiedelt. Weil die Flächen langsam knapp werden, fiel im Oktober 2016 die frühzeitige Entscheidung, den Gewerbepark beträchtlich zu erweitern.

Das macht es Unternehmen noch einfacher, sich anzusiedeln. Sie positionieren sich in die Nähe von Mercedes und schaffen eine direkte Anbindung an den Autoport in Bremerhaven, um in die ganze Welt exportieren zu können.

Alte Leidenschaft und moderner Automobilbau: Ab 2018 rollt der neue Borgward in Bremen von der Montagelinie
Alte Leidenschaft und moderner Automobilbau: Ab 2018 rollt der neue Borgward in Bremen von der Montagelinie © Borgward

BBB – Bremen & Benz und Borgward

Auf Import setzt Bremen hingegen bei der Zukunftsware Batterie, spätestens ab 2018. Dann beginnt die Produktion des BX7, des neuen Flaggschiffs aus dem Hause Borgward. Für Bremer haben die acht Buchstaben eine magische Wirkung – ist bei vielen Borgward als frühere Bremer Automarke doch eine lebendige Erinnerung und das jährliche Treffen von Borgward-Oldtimern Anziehungspunkt der Massen.

Das vollelektrische SUV aus chinesischer Produktion wird in der Hansestadt für den europäischen Markt endmontiert – soweit die Nachricht im Oktober 2016. Bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen. Sie sollen 10.000 Fahrzeuge im Jahr montieren. „Mit diesem Schritt bekennen wir uns zu Deutschland als Industriestandort und zu unserer eigenen Herkunft. Natürlich hat die Rückkehr auch eine symbolische Bedeutung. Wir stehen heute am Anfang einer erfolgreichen Kooperation zwischen Stadt, Land und Borgward“, sagt Ulrich Walker, Vorstandsvorsitzender der Borgward Group AG. Wo eine Produktion entsteht, suchen Konzerne Zulieferer. Und Chancen entstehen.

Einmal Batterien laden, bitte!

Dass die automobile Zukunft elektrisch wird, weiß auch Daimler. Der Konzern muss sich wandeln und setzt dabei auf die Stadt an der Weser. Als Leitwerk für die C-Klasse und produktionsstärkstes Daimler-Werk weltweit ist hier das produktionstechnische Know-how für die Großserie verankert. Übersetzt heißt das nichts anderes als: Der erste Serien-Elektro-Mercedes entsteht in Bremen! Er wird aus der neu gegründeten Konzernmarke „EQ“ kommen. Das kündigte Unternehmensvorstand Dr. Dieter Zetsche auf der Konferenz „AutoDigital“ im Oktober 2016 feierlich an.

Sprach in Bremen über die Zukunft des Automobilbau: Dr. Dieter Zetsche
Sprach in Bremen über die Zukunft des Automobilbau: Dr. Dieter Zetsche © Weser-Kurier

Digitalisierung im Automobilbau – kann man nicht ohne „B“ wie „Bremen“ schreiben

„AutoDigital“ war der vom Weser-Kurier organisierte Kongress zur Zukunft des Automobilbaus Ende Oktober 2016. Man könnte jetzt ausführlich begründen, warum gerade Bremen dafür ein hervorragender Standort ist – aber wer bis hierhin gelesen hat, sollte sich diese Frage jetzt selbst beantworten können (und wer es nicht kann, sollte in unserem Artikel "Warum Bremen ein Top-Automotive-Standort ist" einmal nachschlagen). Fakt ist: Autonomes Fahren, das vernetzte Auto, elektrische Antriebe – schon in wenigen Jahren wird sich unser Bild vom Auto radikal ändern. Digitale Dienste werden (auto-)mobil. Werden wir in Zukunft nur noch die mobile Dienstleistung wählen und nicht die technische Basis? Werden wir Autos danach auswählen, wie gut sie sich in unseren Workflow einpflegen, ob Google, Microsoft oder Apple oder danach, wie viele Pferde sie vom Zaum lassen können? Werden Mercedes und VW Zulieferer oder Tonangeber?

Die Zeit, dies zu entscheiden, ist jetzt gekommen. Deshalb spricht Bremen über die digitale Zukunft im Automobil. In Veranstaltungen, in Arbeitsgruppen, auf Konferenzen oder in Forschungsprojekten. Wer den Wandel gestalten will, für den ist Bremen deshalb ein Standort mit Goldstatus. Gold wie der goldene Automobilherbst in der Hansestadt. Auf dem schon bald der Frühling sein blau elektrisierendes Band flattern lassen wird.

Was Bremen im Automobilbau sowohl in der Forschung als auch in der Industrie alles zu bieten hat, das erfahren Sie in unserer Rubrik Automotive.


Weitere Informationen zum Thema Automotive und Logistik gibt es bei Jörg Kautzner, Tel.: 0421 361-32172, joerg.kautzner@wah.bremen.de

Weitere Informationen zum Thema Automotive und Digitalisierung gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 361-32173, kai.stuehrenberg@wah.bremen.de

Automotive
29.09.2017
Unter Strom – Elektroflitzer im Eigenbau

In der Formula Student kämpfen Studierende mit selbst konstruierten Formel-Rennfahrzeugen aus aller Welt um den Sieg, unter anderem beim Saisonfinale in Hockenheim. Ein Bremer Team ist seit 2013 mit einem Elektrorennwagen dabei. Ihr ambitioniertes Ziel: die Top Ten.

Automotive
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DRÄXLMAIER: Neuer Standort für kurze Wege

Es sind nur sechs Kilometer ins nahe gelegene Kundenwerk – ein entscheidender Grund für die DRÄXLMAIER Group, ihr neues Logistikzentrum im Gewerbepark Hansalinie zu eröffnen. Für den weltweit tätigen Automobilzulieferer ist die sequenzgenaue just-in-time Anlieferung beim Kunden unverzichtbar.

Gewerbeflächen
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Wie aus Wiesen der Gewerbepark Hansalinie wächst (und wächst..)

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Automotive
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Warum Florian Rehr dem Standort Norddeutschland eine goldene Zukunft prophezeit

„Hier spielt die Musik!“, sagt Florian Rehr selbstbewusst und meint damit den Automobilstandort Norddeutschland. Warum der Clustermanager von Automotive Nord e.V. guter Dinge ist, dass die Automobilwirtschaft im Norden in Zukunft florieren wird.

Automotive
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Digitalisierung / Industrie 4.0
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Automotive
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Bildergalerie: 10 Mercedes-Benz Automodelle aus dem Werk Bremen

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Automotive
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Automotive
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Automotive
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Wie am Schnürchen – innovative Logistikprozesse im Gewerbepark Hansalinie Bremen

Der Gewerbepark Hansalinie Bremen ist erfolgreich und wird gegenwärtig erweitert. Große Logistik-Unternehmen sind hier angesiedelt und entwickeln immer ausgefeiltere Prozesse, um die Produktion just-in-sequence für die Automobilbranche zu optimieren.

Automotive
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Ein weiterer namhafter Automobilzulieferer kommt nach Bremen: Wagon Automotive aus Nagold im Schwarzwald gründete die Wagon Automotive Bremen GmbH. Diese produziert ab Anfang 2017 Motorhauben, Kotflügel, Türen und Kofferraumdeckel. Der Schwarzwälder Bote berichtet hierzu.

Automotive
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Es glänzt und blitzt in Gerrit Meyers Lackierzentrum: Pkws verschiedener Baujahre strahlen und funkeln, ein Motorrad leuchtet im hellen Licht. Seit der Umsiedlung ins Gewerbegebiet Bremer Wollkämmerei kommen dazu auch Aufträge für Megayachten und Gebäudekonstruktionen.

Automotive
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Interview mit Christian Geier, Clustermanager Automotive Nordwest e.V.

Völlig abgasfrei kommt Christian Geier zu unserem Gespräch. Aus Hannover reist er mit der Bahn an, die letzten Meter bis zum Marktplatz absolviert er auf dem mitgebrachten Faltrad. Das ist für einen Manager der Automotive-Branche ungewöhnlich, hat aber gute Gründe.

Stadtentwicklung, Gewerbeflächen, Immobilien
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Gewerbepark Hansalinie auf Erfolgskurs – Areal für Bremer Automotivebranche wächst weiter

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Automotive
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Made in Bremen: Das neue C-Klasse Cabriolet von Mercedes-Benz erweitert das Produktprogramm

Welches C-Klasse Modell der deutsche oder europäische Kunde auch wählt, eines ist sicher: Die Produktion erfolgt in Bremen als Kompetenzzentrum der C-Klasse. Und ab Sommer 2016 werden die Herzen der Freunde offener Fahrzeuge noch höher schlagen. Das neue Mercedes-Benz C-Klasse Cabriolet kommt auf den Markt.

Internationales
09.06.2016
Chinesische Unternehmerinnen und Unternehmer auf den Spuren von „Made in Bremen“

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Automotive
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Bremer Ingenieure tüfteln am Elektro-Antrieb der Zukunft und entwickeln einen Antrieb mit Radnabenmotor

Motor unter der Haube treibt Räder an - das ist seit mehr als hundert Jahren die Erfolgsformel für das Auto. Radnabenmotoren - der Motor im Rad und nicht unter der Haube - versprechen allerdings viele Vorteile. Der Elektroantrieb macht das möglich.

Automotive
15.03.2016
Bremen. Ein starker Automotive-Standort, wie das Lieferantenforum im Mercedes-Benz Werk beweist

Ein starker Automobilstandort ist mehr als ein großes Produktionswerk - Zulieferer und Hersteller arbeiten in Bremen Hand in Hand. Beim Lieferantenforum von Mercedes-Benz werden Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht - um für die Zukunft optimal aufgestellt zu sein.

Automotive
14.03.2016
Mobil in der Stadt der Zukunft – Abschluss des deutsch-chinesischen Verbundprojekts DaBrEM

8000 Kilometer liegen zwischen Dalian und Bremen - der gemeinsame Anspruch, neue Elektrofahrzeugkonzepte und -technologien zu erforschen, vereint die beiden Partnerstädte. Mit DaBrEM könnten künftig Autofahrer auf das Steuern verzichten.